|
Wie verarbeitet man Erlebnissen nach tragischen
Einsätzen, z.B. Verkehrsunfällen mit Todesopfern? Um diese Frage zu
beantworten kam die Frauenbeauftragte der Feuerwehren des Landkreises
Bayreuth, Ursula Grundmann, in das Feuerwehrgerätehaus nach
Nemmersdorf, wo sie vor den Kameraden aus den Feuerwehren Goldkronach,
Nemmersdorf, Leisau, Sickenreuth und Dressendorf über das Thema
Einsatznachbereitung referierte.
Zum Beginn des Vortrags zeigte sie Bilder von schweren Einsätzen aus
der näheren Umgebung, bei denen leider meistens Tote und
Schwerverletzte zu beklagen waren. Danach ging sie auf die Folgen ein,
die ein solcher Einsatz für die Helfer haben kann und dass diese
Posttraumatischen Belastungsstörungen (kurz: PTBS) wie eine Verletzung
während des Einsatzes zu sehen sind. Außerdem erläuterte sie die
Symptome, an welchen eine solche Belastungsstörung erkannt werden kann
und, dass diese unter Umständen sogar physische Beschwerden auslösen
können, obwohl keine Verletzung vorliegt. Um solche seelischen
Verletzungen gar nicht erst aufkommen zu lassen, empfahl die
Referentin ein Ritual einzuführen, bei dem die Geschehnisse
unmittelbar nach dem Einsatz noch einmal besprochen werden und mit dem
ein jeder Einsatz beendet wird.
Der Vorsitzende der FF Nemmersdorf merkte an, dass das Thema des
Unterrichts vor allem für die Kameraden aus Nemmersdorf besondere
Aktualität besaß, da sie im April diesen Jahres einen ehemaligen
Vorsitzenden durch einen tragischen Unfall verloren, zu dem Die
Feuerwehr ebenfalls alarmiert wurde und die Reanimation einleitete.
Der Verstorbene war den meisten gut bekannt und so hatte jeder für
sich mit dem Erlebten zu kämpfen. Was am besten hilft um solche
Erlebnisse zu verarbeiten, ist im Kreis aller eingesetzten
Feuerwehrleute darüber zu reden und den anderen Kameraden Gehör zu
schenken, denn nur so kann man verhindern, dass die Bilder irgendwann
wieder auftauchen und im günstigsten Fall nur Alpträume auslösen. |

Die Referentin Ursula Grundmann |
|